Mittelstand in Deutschland mit immer weniger Innovationen

// Michael Braun

Besorgniserregende Entwicklung: Der Anteil der innovativen mittelständischen Dienstleister und Produktionsbetriebe in Deutschland ist deutlich gesunken. Der neue KfW-Innovationsbericht für den Berichtszeitraum 2013/2015 weist einen Rückgang der Innovatorenquote um knapp 7 Prozentpunkte gegenüber dem Zeitraum 2012/2014 auf jetzt 22 % aus. Die Anzahl der mittelständischen Innovatoren ist gegenüber der Vorperiode um 237.000 auf nunmehr 803.000 Unternehmen gesunken. Damit setzt sich der langfristige Trend zu weniger Innovatoren fort und erreicht den niedrigsten Wert seit dem Start der Untersuchung im Zeitraum 2002/2004.

Der Rückgang betrifft Unternehmen aller Branchen und Größenklassen. Besonders ausgeprägt ist er bei kleinen Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern sowie Bau- und Dienstleistungsunternehmen. Im forschungs- und entwicklungsintensiven Verarbeitenden Gewerbe (z. B. Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie) ist der Anteil der Innovatoren weniger stark gesunken.

Die Gesamtausgaben für Innovationen im Mittelstand sind in den vergangenen drei Jahren aber konstant geblieben, bei großen Mittelständlern ab 50 Beschäftigten sogar um 3 Mrd. auf 20 Mrd. EUR gestiegen. Dagegen sind die Innovationsausgaben der kleineren Mittelständler von 20 Mrd. auf knapp 17 Mrd. EUR gesunken. Die Investitionen in Innovationen konzentrieren sich damit auf immer weniger Unternehmen.

Die unmittelbaren Gründe für den Rückgang an innovativen Unternehmen im Berichtszeitraum sieht KfW Research in den überwiegend negativen Geschäftserwartungen zu der Zeit und einer hohen Verunsicherung in Bezug auf die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. In der langfristigen Betrachtung über die vergangenen 10 bis 12 Jahre liegen die Hauptgründe für die nachlassende Innovatorenquote in den Schwierigkeiten bei der Finanzierung, der demografischen Entwicklung und den wachsenden Problemen, Fachkräfte zu rekrutieren.

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