News  02.12.2019 - 15:46


Nachhaltigkeit: Im Büro und unterwegs noch Luft nach oben

Im mehr Menschen wären bereit, nachhaltiger zu leben. Allerdings schöpfen sie die Möglichkeiten der Einflussnahme nicht aus – zeigt eine repräsentative Studie im Auftrag der Zurich Versicherung. So bestehen aus Sicht von 75 Prozent gute Chancen, dass der Kauf von sparsamen Elektrogeräten, insbesondere Smartphones, die Hersteller auch zu nachhaltigeren Angeboten bewegt.

Im mehr Menschen wären bereit, künftig nachhaltiger zu leben. Allerdings schöpfen sie vielfach die Möglichkeiten der Einflussnahme nicht aus, die sie für sich sehen – zeigt eine repräsentative Studie im Auftrag der Zurich Versicherung. So bestehen aus Sicht von 75 Prozent gute Chancen, dass der Kauf von sparsamen Elektrogeräten, insbesondere Smartphones, die Hersteller auch zu nachhaltigeren Angeboten bewegt. Jedoch sind nur 65 Prozent der Bürger bereit, ihr eigenes Verhalten zu ändern.

Noch geringere Bereitschaft zur Verhaltensänderung zeigen die Befragten in den Bereichen Reise und Mobilität - und das, obwohl sie denken, dass sie als Verbraucher hier einiges bewegen könnten. Mehr als sieben von zehn Befragten sind überzeugt, dass ihre Entscheidung für eine klimafreundliche Reise, für umweltverträgliche Verkehrsmittel oder für nachhaltig hergestellte Mode dafür sorgt, dass mehr "grüne" Produkte und Dienstleistungen angeboten werden. In der Praxis sieht das jedoch anders aus: Nicht mal jeder Zweite (44 Prozent) ist bereit, bei der Reisebuchung auf ökologische Gesichtspunkte zu achten. Bei der Wahl des Verkehrsmittels würden sogar nur 40 Prozent eine umweltfreundlichere Alternative favorisieren. Und wenn es um Mode geht, beeinflussen viele andere Faktoren die Kaufentscheidung: Style und Preis schlagen das Thema Ökologie eindeutig: Nur 38 Prozent der Befragten würden ihren Kleiderschrank nach Nachhaltigkeitskriterien befüllen. "Die Befragung zeigt, dass der Umweltschutzgedanke durchaus im Bewusstsein der Menschen angekommen ist. Über Jahre eingeübtes Konsumverhalten ändert sich aber nicht von heute auf morgen. Ganz offensichtlich herrscht bei vielen noch die Meinung vor, dass sich Ökologie und Attraktivität ausschließen. Das muss nicht sein. Weder beim Thema Mobilität, noch in der Mode und auch nicht bei Kapitalanlagen", sagt Jacques Wasserfall, Vorstand Leben bei der Zurich Gruppe Deutschland.

Gerade bei Kapitalanlagen wären 49 Prozent bereit, nachhaltigere Anlageformen zu nutzen. Dass Kunden durch ihr Anlageverhalten das Angebot von Geldhäusern verändern, glauben aber noch Wenige: Nur 40 Prozent der Befragten sehen hier Einflussmöglichkeiten der Verbraucher.

Generell wird die Hauptverantwortung für mehr Nachhaltigkeit zuerst bei den Unternehmen gesehen - und etwas weniger bei den Verbrauchern. Die Jüngeren bis Mitte Dreißig sehen vor allem die Politik in der Pflicht. 38 Prozent der Befragten meinen, dass Veränderungen am ehesten auf politischer Ebene angestoßen werden müssten - etwa durch Gesetze oder steuerliche Anreize.

Zugleich glauben besonders die jüngeren Deutschen an die Einflussmöglichkeiten von Bürgerbewegungen. Der Studie zufolge trauen die jüngsten Befragten unter 25 Jahren Jugendbewegungen wie "Fridays for Future" am ehesten zu, politische Veränderungen in Gang zu setzen. 65 Prozent der 18- bis 24-Jährigen vertreten diese Meinung. Umso überraschender: Die Bereitschaft in der Gruppe der 18- bis 35-Jährigen beim Thema Mode stärker auf Nachhaltigkeit zu achten, ist relativ gering. Nur 33 Prozent denken beim Kauf von Bekleidung an Nachhaltigkeit - deutlich weniger als beim Thema Büro und Arbeit (63 Prozent) und auch weniger als beim Durchschnitt aller Befragten (38 Prozent).

Diese Inkonsistenz zwischen Forderung und Handlung führt gerade bei Älteren zu Zweifeln an der politischen Durchschlagskraft von "Fridays for Future". In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen glaubt jeder Dritte (31 Prozent) nicht an die politische Wirkung der Bewegung; in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen sind es nur 13 Prozent.

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