Blog  09.10.2018 - 10:11


Smart Maintenance verändert den technischen Service

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Automatisierung und Digitalisierung der Produktion ist ein spannender Trend, der viele Chancen für die Industrie beinhaltet. Gleichzeitig steigen damit aber auch die Anforderungen an Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Produktionsanlagen. Die Instandhaltung gewinnt damit mehr und mehr an Bedeutung und wird als gewährleistende Instanz für die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit zukünftig eine zentrale Rolle spielen. Für die Instandhaltung in der Industrie 4.0 wird häufig der Begriff Smart Maintenance verwendet. Doch was steckt genau hinter dieser Smart Maintenance und was bedeutet dies für den Kundenservice? Prof. Dr.-Ing. Lennart Brumby von der DHBW Mannheim beantwortet diese Frage ausführlich in seinem Leitartikel in der SERVICETODAY 4/18. Wir fassen hier seine Ausführungen zusammen.

Die unter dem Begriff Smart Maintenance formulierte Vision der Instandhaltung in der Industrie 4.0 beschreibt nach den Ausführungen von Prof. Brumby einen tiefgreifenden und vielfältigen Wandel der "traditionellen" Instandhaltung. "Smart Maintenance begreift sich als 'Enabler' der Industrie 4.0, indem die cyber-physischen Systeme (CPS), welche sich durch einen hohen Grand an Vernetzung, Digitalisierung, Dezentralisierung und Autonomie auszeichnen, leistungsfähig und verfügbar gehalten werden", erklärt Prof. Brumby.

Reaktive und periodisch-vorbeugende Instandhaltungsstrategien würden in der Smart Maintenance zunehmend durch vorausschauende Strategien der Predictive Maintenance abgelöst. Intelligente und vernetzte Anlagen erkennen zukünftig einen Großteil ihrer möglichen Störungen, bevor sie auftreten. Basis hierfür bilden die Technologien des Condition Monitoring, bei denen möglichst umfassend Daten einer Anlage mittels entsprechender Sensorik erfasst werden. Die Sammlung und Analyse dieser Daten rückt in der Smart Maintenance in den Vordergrund.

Mit Condition Monitoring und Predictive Maintenance könne allerdings nur dann neues Wissen für die Instandhaltung entstehen, wenn die automatisiert erfassten Daten der Anlage auch mit den Erfahrungen der Mitarbeiter von Betreibern und Herstellern vernetzt werden, erklärt der Professor. Hierzu seien Algorithmen zu entwickeln, die auch die durchgeführten Aktivitäten und Erfahrungen der Instandhaltung berücksichtigen. Darüber hinaus sollten die Systeme des Condition Monitoring und der Predictive Maintenance so offen gestaltet werden, dass neben den Herstellern auch die Betreiber der Anlagen und beauftrage Dienstleister die Daten für eine vorausschauende Instandhaltung auswerten können.

Für alle Service-Provider, also Hersteller, Betreiber und Industrieservice wird es nach Prof. Brumby in der Smart Maintenance von großer Bedeutung sein, sämtliche Daten über die Instandhaltungsobjekte und Instandhaltungsprozesse zu erfassen und weiter zu verarbeiten.

Für eine derartige gemeinsame Nutzung von Instandhaltungsdaten gelte es, neben der formal-juristischen Absicherung auch die technische Ausgestaltung der Kommunikation innerhalb eines cyber-physischen Systems (Mensch - Mensch, Mensch - Maschine, Maschine - Maschine) sowie den Austausch von Informationen, Daten und Wissen über Unternehmensgrenzen hinweg zu regeln und zu vereinheitlichen. Eine digitale Lebenslaufakte, wie sie beispielsweise die DIN 77005-1:2018 regeln soll, könne hierfür die Grundlage für standardisierte und strukturierte Daten- und Informationsspeicherung über Unternehmensgrenzen hinweg bieten.

Weiterhin komme in der Smart Maintenance die Einbindung des Menschen in seine digitalisierte und autonome Arbeitsumgebung eine große Bedeutung zu. In den Vordergrund rücken die Kompetenzen der Mitarbeiter, die für die Instandhaltung verantwortlich sind, ganz gleich ob als Herstellerservice oder als Betreiber. Es sei absehbar, dass trotz neuer Möglichkeiten zur Predictive Maintenance es immer noch Anlagenstörungen geben wird, die nur durch Menschen beseitigt werden können.

"Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass die zukünftige Smart Maintenance grundlegende Veränderungen auch für den Technischen Service der Anlagenhersteller beinhaltet: Wachsende Bedeutung von Instandhaltungsdaten, Service-Partnerschaften und umfassende Kompetenzanforderungen an die Mitarbeiter sind nur drei wesentliche Trends, die dabei zu beachten sind", erklärt Prof. Brumby.

Hinweis:

Der komplette Artikel ist in der SERVICETODAY 4/18 verfügbar. Das Themenheft "Predictive Maintenance - Neue Wege der Instandhaltung" ist unter www.kvd.de und in der SERVICETODAY-App für iOS und Android verfügbar.



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